Überwinterung

Shubunkin sind wie "normale" Goldfische winterfest, d. h. sie vertragen im Teich durchaus über längere Zeit Wassertemperaturen um 3 Grad Celsius.
Wichtig ist, dass die Fische ihren Stoffwechsel im Laufe der Jahreszeiten auf den Temperaturabfall in diesen Temperaturbereich anpassen können. Sie müssen also bereits einige Zeit im Teich sein.
Der Teich muss eine Tiefe haben die sicher ein Durchfrieren des Wassers verhindert. Diese Tiefe ist in kühleren Regionen oder ungeschützter Lage größer zu wählen als in gemäßigter Region oder bei geschützter Lage.
So hatten wir beim kleinen Fertigteich über Jahre bisher keine Probleme mit einer Wassertiefe von 60 cm wenn in strengen Wintern der Teich kurzfristig teilweise mit einer Luftpolsterfolie abgedeckt wurde.

Natürlich ist eine größere Tiefe immer von Vorteil. Für unseren neuen größeren Teich haben wir daher eine Tiefe von gut 1m gewählt.
Empfindlich reagieren Goldfische auf häufige, schnelle Temperaturänderungen. Bereits schnelle Temperaturschwankungen des Wassers über 3 Grad Celsius können den Fischen Schaden zufügen.
Beobachten Sie also unbedingt Ihre Fische bei starken Temperaturstürzen wie sie hier z.B. im Oktober 2003 vorkamen.
Die Fische hocken dann für einige Zeit auf dem Grund bis sie sich angepasst haben und wieder schwimmen. Kritisch wird es für einen Fisch wenn er bei diesen Temperaturschwankungen "umfällt" und sich auf die Seite legt.
So gab es hier einen sehr schönen größeren Shubunkin und einige Jungfische die dieses Verhalten über 3 Tage zeigten und nicht wieder hochkamen. Alle anderen Fische schwammen bereits wieder.
In diesem einen Falle wurde neben einigen Jungfischen der schon stark geschwächte Fisch gefangen (er war nicht mehr in der Lage zu flüchten) und langsam über 3 Tage auf Zimmertemperatur "aufgetaut". Er hat es offensichtlich sehr gut überstanden und interessierte sich, bei schnell sprießendem Laichausschlag und mit tollen Farben, im Aquarium sofort auffallend für die mächtigen Schleierschwanz-Damen. Er hatte den Winter halt hinter sich.
Auch die Jungfische haben alle überstanden.
Man muss bei diesen Temperaturschwankungen also aufmerksam sein und sie besonders beachten wenn die Fische im Freien in kleinen Teichen, Terrassenteichen o.ä. bei geringem Wasservolumen gehalten werden. Diese Behälter sollte man durch Isolierungen schützen, Filteranlagen mit starker Wasserumwälzung rechtzeitig abstellen, oder die Fische besser gleich zur Überwinterung ins Haus nehmen..
Vor dem Wintereinbruch den Teich rechtzeitig von Laub und sonstiger Biomasse (Pflanzenreste) die noch faulen kann befreien. Mit langen Keschern aus dem Anglerbedarf ist dies leicht möglich. Man verhindert so einen späteren Sauerstoffabfall unter dem Eis da weniger Biomasse am Bodengrund des Teiches vermodert. Auch hat sich bei Frosteinbruch eine geringe Luftzufuhr in den Teich über einen kleinen Durchlüfterstein bewährt. So halten wir immer einen geringen Teil der Teichoberfläche zur Sauerstoffaufnahme des Wassers eisfrei. Auch Faulgase können so entweichen.
Leiten sie die Luft ohne große Wasserumwälzung in der für eine relativ kleine eisfreie Zone erforderlichen Menge nicht zu tief in den Teich ein. 30 cm reichen meist. So stören Sie nicht das 4 Grad Celsius warme tiefere Wasser. 
Unterlässt man dies so kann der Sauerstoff eventuell knapp werden. Die Fische versuchen in dieser Situation die Wasseroberfläche zur Sauerstoffaufnahme zu erreichen. Da dies bei geschlossener Eisdecke nicht gelingt erstarren sie an der kälteren Oberfläche, frieren dabei ein und verenden (eigene Erfahrung im ersten Jahr des kleinen Teiches ohne Durchlüfter).
Als positiver Nebeneffekt des Eisloches werden sich im Winter hier übrigens sehr viele selten gesehene Vögel einfinden um zu trinken.

 
Fütterung im Winter

Ab einer Wassertemperatur von etwa 8-10 Grad Celsius werden die Fische von mir nicht mehr gefüttert. Das fällt nicht leicht. Ich denke aber, bei den hoch konzentrierten Fertigfuttern ist dies richtig da der Stoffwechsel der Tiere bei diesen Temperaturen sehr gering ist und wir den Fischen durch Fütterung von schwer verdaulichem Futter deshalb wohl keinen Gefallen tun würden.
In allen Büchern steht man solle es so machen, da Goldfische unter 10 Grad Wassertemperatur keine Nahrung aufnehmen. Offensichtlich wissen dies aber meine Shubunkin und Goldfische nicht, denn sie suchen dauernd nach Nahrung und fressen auch. Immer. Auch bei 3 Grad Wassertemperatur ziehen sie im Trupp unter dem Eis lang und nehmen irgendwelche Nahrung vom Boden auf. Dies ist durch die Nähe des Teiches zum Haus im Winter deutlich zu erkennen.
Dabei werden im großen Teich viel Algen, Pflanzenreste und teilweise auch Nahrung aus dem Schlamm des Bodens aufgenommen und verdaut. Also gibt es hier wohl das zur Jahreszeit "passende" Futter.
Im kleinen Teich ist eine Nahrungsaufnahme nicht so leicht zu erkennen. Dort hocken alle Fische meist über Wochen in einer Ecke. An manchen sonnigen Tagen sind aber auch hier die roten "wandernden" Goldfische unter dem Eis zu erkennen.

Die Fütterung wird von mir sehr vorsichtig mit geringsten Mengen Flockenfutter wieder aufgenommen nachdem die Fische bei etwa 8 Grad Celsius Wassertemperatur über mindestens 2-3 Tage an die Oberfläche gekommen sind.