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Schleierschwanz ähnliche Formen des Goldfisches wie Ryukin / Fantail (Fächerschwanz) / Fransenschwanz werden bei mir bei Zimmertemperatur, etwa 20-21 Grad, in ungeheizten Aquarien gehalten. Einige Fische werden auch draussen im Teich gehalten, wo sie sich besonders gut entwickeln.
Es hat sich gezeigt, dass es vorteilhaft sein kann die Fische unter sich zu halten und nicht mit dem normalen Goldfisch / Shubunkin zu
vergesellschaften.
Die Tiere zeigen dann ein ruhigeres, ausgeglicheneres Verhalten.
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Das Futter
Manche Fische dieser Zuchtformen reagieren mit Verdauungsstörungen wenn sie z.B. bei der Futteraufnahme Luft schlucken, mit den üblichen
hochkonzentrierten Futtersorten überfüttert werden oder minderwertiges schlecht verdauliches Futter erhalten.
So kann es für manche Goldfische mit Verdauungsstörungen hilfreich sein, Flockenfutter bei der Fütterung kurz mit den Fingern in das Wasser einzutauchen damit es nicht schwimmt, um so die Luftaufnahme bei der Fütterung zu reduzieren.
Bei Granulatfutter kann vor der Fütterung versucht werden es in einer Tasse in Wasser quellen zu lassen. Man wird staunen auf welche
Grösse manche Futterperlen quellen. Quillt das Futter erst im Darm der Fische, können bei empfindlichen Fischen, besonders bei denen mit kurzen Körpern, Verstopfung mit Blähungen und später auch Darmentzündungen die Folge sein.
Allerdings weisen manche asiatischen Züchter darauf hin, dass bei diesem Einweichen des Granulats möglicherweise wichtige Vitamine und Inhaltsstoffe verloren gehen können.
Aus diesen Darmentzündungen können sich leicht bakterielle Infektionen entwickeln.
Die Tiere zeigen dann ein gestörtes Schwimm- und Gründelverhalten, haben hinten Auftrieb, schleimigen Kot, tauchen mühevoller nach unten und schwimmen letztendlich mit dem Bauch nach oben im Becken. Später können Glotzaugenbildungen oder auch abstehende Schuppen schnell den Tod der
Fische herbeiführen.
Aber auch eine Futterumstellung bei Fischen die im Freiland / Gartenteich aufgezogen wurden wie die meisten Importfische, oder bei Fischen aus Händlerbecken die lange nicht gefüttert wurden und dann im Aquarium bei zu guter Fütterung gehalten werden, kann problematisch werden wenn sich die Fische zu schnell auf die handelsüblichen hochkonzentrierten Futtersorten in grösseren Mengen umstellen müssen. Warnzeichen sind
immer, speziell nach der Fütterung, der hintere Auftrieb oder gar wenn die Fische schon mit dem Bauch oder der Seite nach oben schwimmen. Dieser Auftrieb wird meiner Meinung nach überwiegend durch übermässige Gasbildung mit Verstopfung im Darm der Fische aufgrund nicht verdauter
Futterbestandteile hervorgerufen.
Neue Fische werden daher in der Quarantäne immer bei genauer Beobachtung äusserst sparsam gefüttert und langsam an das neue hiesige Futter gewöhnt.
Eine Zugabe einiger Körner von gekochtem Naturreis (kein Wildreis) zum konzentrierten Granulat oder Flockenfutter hat sich bei mir teilweise als sehr hilfreich erwiesen, für kleinere Fische kann der Reis sehr leicht durch ein Kaffeesieb gedrückt werden. Aber Achtung, bei zu starker Fütterung/spez. Reisfütterung besteht die Gefahr dass die Fische verfetten!
Die Verdaulichkeit der konzentrierten Futtermittel wird so offensichtlich erhöht, es konnte auch eine wesentlich bessere Futterumsetzung beobachtet und in Futterversuchen über Wochen durch wiegen von Futtermengen und Fischgewichtszunahme exakt
festgestellt werden. Allerdings sind die dort ermittelten Ergebnisse zum heutigen Zeitpunkt überholt. Mittlerweile wird von mir bei der Aufzucht von Goldfischen im Aquarium ein Längenwachstum, je nach Zuchtform, von bis zu 2.5 cm / Monat während der ersten 4 Monate erreicht. Allein optimierte Haltung bei Normaltemperaturen um 20 Grad und optimierte Futtermischung ermöglichen dieses Ergebnis. So kann also z.B. ein Fächerschwanz nach 4 Monaten durchaus eine Länge von bis zu 10 cm erreichen!
An Futter wird nach meinen Erfahrungen gut vertragen:
Lebende Wasserflöhe sowie schwarze und weisse Mückenlarven, Frostfutter wie Wasserflöhe, Mückenlarven und Mysis. Rote Mückenlarven sollten, aufgrund persönlicher Informationen von chines. Züchterfreunden, möglichst nicht unter 22 Grad Wassertemperatur verfüttert werden, da für den Goldfisch unterhalb dieser Temperatur nicht verdauliche Bestandteile zu Darmentzündungen führen sollen die auf die
Schwimmblase übergehen können.
Flockenfutter füttere ich seit Jahren nicht mehr.
In den letzten Jahren bin ich verstärkt dazu übergegangen auch im Verhältnis zum Fischgewicht abgewogene hochwertige Granulate zu füttern. Weiterhin füttere ich professionelles hochverdauliches extrudiertes Fischfutter in unterschiedlichen Körnungen. Dieses Futter ist
nie älter als 6 Monate. Leider ist es nur in grossen Mengen auf dem Markt verfügbar.
Ein wesentlicher Bestandteil meiner täglichen Fütterung ist (solange im Sommer vorhanden) weiterhin die kleine Wasserlinse Lemna minor, sie ist einfach zu halten und man findet sie z.B. in Norddeutschland in jedem Graben. Dabei sind noch nie Anzeichen einer Überfütterung aufgetreten und die Goldies haben sie wirklich zum Fressen gern.
Wasserlinsen können leicht in grösseren Mengen in einer kleinen Plastikwanne an einem hellen, nicht zu kaltem Standort vermehrt werden. Einsatz geringer Mengen Blumendünger ist dabei vorteilhaft.
Zusätzlich werden an pflanzlicher Nahrung noch 1-2 Minuten gekochter Feldsalat, Algen (im Sommer) und Reis gefüttert.
Aufgrund der hervorragenden Entwicklung von Ryukin und Fantail im Teich (Sommermonate) erhalten auch die Aquarienfische ab September 2004 einen
sehr hohen Anteil an Algen zur Nahrung. Während der Sommermonate konnte beobachtet werden, wie die Fische watteartige Algen in unglaublichen Mengen aufnahmen und dabei enorm wuchsen.
Diese Algen werden nun von mir aus Behältern entnommen die ursprünglich der Aufzucht von Wasserflöhen dienten, etwas zwischen den Fingern ausgedrückt und verfüttert. Leider reichen zur Verfügung stehenden Mengen nicht immer aus, so dass ich versuche den Fischen über
Spirulinagranulate und ein paar Sekunden gekochten Feldsalat einen Ersatz anzubieten.
Eingewöhnung neuer Fische
Bei neuen Fische wird eine Quarantäne von mindestens 4 Wochen empfohlen um den
wertvollen Altbestand vor eventuellem Einschleppen von Bakterien, Viren, Parasiten zu schützen. Während der Quarantäne werden die Neulinge intensiv in Hinblick auf Verdauung, Schwimmverhalten nach der Fütterung, Flossen- und Hautbeschaffenheit sowie Atmung beobachtet.
Gefüttert wird anfangs mit geringer Futtermenge hochverdaulichem feinem Granulat und/oder lebenden/aufgetauten gefrosteten Wasserflöhen. Im Laufe der Quarantäne steigere ich dann die Futtergabe auf die spätere Menge.
Ein fast immer anzutreffendes Problem bei Importfischen ist der Befall mit Kiemenwürmern und Hautwürmern.
So werden neue Fische von mir grundsätzlich während der Quarantäne gegen Haut- und Kiemenwürmer behandelt.
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