Haltung
Der Shubunkin stellt wie der gewöhnliche Goldfisch nur bescheidene
Anforderungen an seinen Halter.
Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass man nicht für sauberes und
sauerstoffreiches Wasser bei abwechslungsreicher Fütterung sorgt.
Als pflegeleichter Jungfisch ist er, auch aufgrund seiner Farbenpracht,
für das Aquarium sehr zu empfehlen. Ab einer gewissen Grösse im
Verhältnis zum Aquarium sollte man ihn aber im Teich pflegen.
Im Teich entwickeln sich Shubunkin und Goldfische dann zu einer Grösse
und Farbintensität wie sie im Aquarium nicht erreichbar ist.
Schon bei der Aufzucht von Jungfischen im Teich sind im Gegensatz zum
Aquarium selbst bei Wahl der besten Futtersorten nach 1 Jahr
Grössenunterschiede von mehr als 50% zu erkennen und die Farben
wesentlich intensiver.
Wasserwerte
An die Wasserwerte werden keine besonderen Anforderungen gestellt.
Optimal ist sicher, auch für guten Pflanzenwuchs, ein neutraler
Wasserwert um pH7 und mittelhartes Wasser. Das Wasser muss sauber und
sauerstoffreich, der Nitratwert unter 50 mg/Liter sein. Spätestens bei diesem Nitratwert sollte man dann einen Teilwasserwechsel durchführen - selbstverständlich wird dabei der im Becken vorhandene Mulm mit abgesaugt.
Die Wassertemperatur kann im Teich von 3 Grad Celsius im Winter bis zu 28
Grad Celsius im Sommer betragen. Selbst kurzzeitige höhere Temperaturen
werden vertragen.
Im Aquarium können die Fische sehr gut im ungeheizten Becken bei Zimmertemperatur oder
auch darunter gehalten werden.
Filterung und Lüftung
Egal ob Gartenteich oder Aquarium, gönnen Sie Ihren Goldies gefiltertes
Wasser. Im Handel gibt es unzählige Angebote zu verschiedenen Filterkonstruktionen.
Ich selbst bevorzuge in den Aquarien den sehr preiswerten,
energiesparenden, hochaktiven Mattenfilter. Er hat bei sehr guter Leistung eine Standzeit über Jahre.
Gelegentlich wird er beim Teilwasserwechsel etwas abgesaugt oder leicht von hinten ausgeklopft um
so ein Zusetzen zu verhindern. Die Filtermatten sind in der Regel mit
Javamoos oder Javafarn zugewachsen, als Filtermatte nicht mehr zu erkennen.
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Dieser Mattenfilter stand seit 1,5 Jahren im 330
Liter Goldfischaquarium. Danach wurde er einmal gründlich gereinigt.
Er ist dick mit Javamoos bewachsen und als Filter kaum erkennbar, aber
äusserst wirksam. Junge Shubunkin "versinken" oft
minutenlang in diesem "Gestrüpp". Aber auch grössere
Schleierschwänze (Nov. 2003: 16 cm) tauchen gern kopfüber ein. Offensichtlich
wird es sich wohl lohnen.
Die eingebaute Pumpe fördert bei einem Ministromverbrauch von 5 W
etwa 430 Liter Wasser pro Stunde.
Im Vergleich zu einem externen Topffilter mit etwa
25 W ergibt sich übrigens eine jährliche Stromersparnis von 175
kWh.
Die Anschaffungskosten für den gesamten Filter liegen bei knapp 20 EURO.
Für ein gut besetztes Aquarium dieser Grösse
ist die Leistung hervorragend. Der relativ geringeren Platzbedarf
dieses Innenfilters ist aufgrund dieser Leistungsfähigkeit
vernachlässigbar. |
Wöchentlich gibt es in den länger stehenden und gut eingefahrenen Aquarien einen Teilwasserwechsel von etwa 50% .
In den Aquarien gab es bisher keine Durchlüftung in Form von Sprudelsteinen oder ähnlichen Gebilden. Durch gutes Pflanzenwachstum wurde bei sparsamer Fütterung
für den massvollem Fischbesatz eine ausreichende Menge Sauerstoff produziert.
Es hat sich aber gezeigt, dass für ein optimales Wachstum bei stärkerer, angepasster Fütterung mehr Sauerstoff bereitzustellen ist. Hier ist dann eine zusätzliche
Durchlüftung des Wassers erforderlich. Diese sollte feinperlig und nicht zu stark sein, um das für die Pflanzen wichtige CO2 nicht auszutreiben.
Um sicher zu gehen, sollte man evtl. den Sauerstoffgehalt des Wassers einmal messen.
Raumbedarf
Da Goldfische/Shubunkin die beachtliche Grösse von 30 cm und mehr erreichen können muss bedacht werden, dass der Raumbedarf und damit die Belastung des Wassers mit dem
Alter der Fische zunehmen wird.
Zur Haltung im Aquarium wird oft ein Mindestwert von 2-3 Liter Wasser pro cm Fischlänge empfohlen.
Dies gilt für einen etwa 10 cm grossen Fisch. Ein Goldfisch der Länge 10 cm benötigt also mindestens 20 Liter Wasser. Wer es genauer ausrechnen möchte, findet hier ein Tool zur Berechnung des Raumbedarfs für Aquarienbesatz mit unterschiedlichen Fischgrössen.
Kleine Goldfische der Länge bis etwa 5 cm kommen durchaus mit 2 Litern
Wasser pro cm Fischlänge aus. Allerdings muß hierbei die Mindestaquarienlänge von 100 cm im Hinblick auf die Mindestanforderungen zur Haltung von Zierfischen beachtet werden.
Da Shubunkin / Goldfische sehr gesellige Fische sind, sollte man
mindestens 4-5 Fische halten. So wären für den 10 cm Goldfisch bei einer Aquarienhaltung eine Aquariengrösse von 80-100 Litern Wasserinhalt als untere Grenze anzusehen.
Shubunkin / Goldfische werden ab einer Grösse von etwa 10-12 cm bei mir
(derzeitige Aquariengrösse: 330 Liter) nur noch im Teich gehalten.
Boden und Pflanzen
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Oft liest man, dass ein Goldfischaquarium mit schöner Bepflanzung kaum
möglich sei. Goldfische sollen angeblich die Pflanzen auswühlen oder
diese gar fressen.
Goldfische gründeln gern. Sie mögen es, Futter vom Boden aufzunehmen
selbst wenn noch genügend an der Wasseroberfläche schwimmt oder absinkt. Dabei wird
auch gern etwas Sand mit aufgenommen, sorgfältig durchgekaut und evtl.
neu verteilt. Was soll's. Allerdings ist dies in keiner Weise mit z.B. wirklich wühlenden afrikanischen Buntbarschen zu vergleichen die den
Boden regelrecht umgraben und neu verteilen.
So hat sich bei mir in den Aquarien gewaschener Rheinsand oder Estrichsand
aus dem Baustoffhandel als Boden sehr bewährt. Von scharfkantigem,
gebrochenem Quarzsand würde ich abraten.
Shubunkin / Goldfische kommen im Aquarium mit schöner Bepflanzung erst so
richtig zur Geltung. Nicht abzustreiten ist, dass sie gelegentlich von
feinfiedrigen Pflanzen fressen (siehe Futter).
Die oft empfohlene Aquarien-Bepflanzung mit schnellwachsenden Pflanzen wie
Wasserpest oder Hornkraut hatte in meinen Aquarien bisher nur kurzzeitig
Bestand. Auch wachsen diese genannten Pflanzen in meinen Aquarien einfach nicht,
schon gar nicht schnell.
Beide Sorten wurden langsam aber stetig von den Fischen gefressen.
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Sehr bewährt haben sich:
Indischer Wasserfreund, Javamoos, Javafarn (sehr attraktiv in der Gruppe, nie einpflanzen sondern
verankern!), Anubias (nicht einpflanzen sondern verankern), Vallisnerien,
Pfennigkraut, Aponogeton Crispus (sehr schöne, dauernd blühende Pflanze) oder
Amazonaspflanzen wie die Echinodorus maior. Die beiden letzten Pflanzen wachsen
in grossen Becken prächtig. Sie blühten bei mir bisher mehrfach bei nur etwa
20-21 Grad Wassertemperatur. Einige Bilder finden Sie unter Wasserpflanzen |
Das neue Aquarium
Ein neues Aquarium erfordert etwas Geduld, bevor man Fische einsetzen
kann.
Nachdem der Boden aus z.B. gewaschenem Rhein- oder Estrichsand eingebracht
und der Filter installiert wurde, wird das neue Aquarium
mit Leitungswasser gefüllt. Dies sollte Zimmertempeartur haben. Etwa bei halbem Wasserstand können
die ersten Wasserpflanzen (Tipp: Vallisnerien, Indischer Wasserfreund) bequemer als bei gefülltem
Becken eingebracht werden. Nach Bepflanzung das Aquarium komplett auffüllen.
In manchen Gegenden mit besonderen Wasserwerten kann ein Wasserzusatz
sinnvoll sein, um zum Beispiel lt. Werbung Chlor oder Schwermetalle zu
binden.
Ich habe hier solche Mittel noch nie benötigt.
Die Beleuchtung sollte anschliessend etwa 8-10 Stunden täglich, der Filter
im Dauerbetrieb eingeschaltet werden.
Es dauert nun einige Zeit, bis sich ein fischverträgliches Milieu in
diesem neuen Aquarium bildet und auch die Pflanzen angewachsen sind.
Geben Sie dem Becken nun etwa 8-10 Tage Zeit bevor einige (wenige) Fische
eingesetzt werden. So können sich dann bei sparsamer Fütterung in der
Filteranlage nach und nach wichtige Bakterien bilden, die für einen Schadstoffabbau notwendig sind.
Die Aktivität des Filters kann beschleunigt werden, indem man diesen mit
sogenannten Filterbakterien impft.
Diese Filterbakterien kann man kaufen oder sich aus einer Filteranlage eines
intakten Aquariums etwas Filterschlamm beschaffen.
Eine tägliche Gabe geringer Mengen Trockenfutter in das Aquarienwasser
soll hilfreich sein die neue Bakterienkultur aufzubauen.
Ich würde es bevorzugen, einige Tage zu warten um dann nur wenige Fische
einzusetzen. Mit der Zeit werden sich so die notwendigen Filterbakterien
aufbauen. Filterbakterien habe ich noch nie gekauft.
Ist bei mir ein weiteres Aquarium geplant so wird die neue Filtermatte
einige Tage so vor einen bereits laufenden Filtereinlauf gelegt, dass sie vom
Wasser durchströmt wird. Diese Matte ist dann nach ein paar Tagen aktiv und
wird in das neue Aquarium eingesetzt.
Nach 4 Wochen kann der Fischbestand langsam erhöht werden. Auch sollte
falls erforderlich, frühestens jetzt sehr vorsichtig etwas Pflanzendünger dem
Aquarienwasser zugegeben werden. Bei zu viel Dünger entsteht in frischen Aquarien leicht eine harmlose Wasserblüte (grünes Wasser), die nach ein paar Tagen aber wieder verschwindet. Empfehlenswert ist es, nun etwa 10% des
Wassers zu erneuern. Mit der Zeit kann der Teilwasserwechsel je nach
Fischbestand erhöht werden.
Reinigen sie den Aquarienfilter nicht zu oft. Wenn, dann bei nachlassendem
Filterdurchfluss. Hierbei den Filter möglichst mit Aquarienwasser nur
grob ausspülen um die wichtigen Bakterienkulturen im Filter nicht zu
zerstören.
Für den, der genauer über seine Wasserwerte im Aquarium informieren
möchte, bietet der Handel ein umfangreiches Angebot zur Überprüfung
dieser Werte.
Futter
Bitte beachten sie die Hinweise zum Futter bei der Haltung von Schleierschwänzen.
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