Aufzuchtfutter
 

Für die erfolgreiche Haltung und Zucht von Goldfischen, insbesondere dessen Zuchtformen, ist die Wahl des Futters von ausschlaggebender Bedeutung.
Qualität, Art und Menge des bei der Aufzucht eingesetzten Aufzuchtfutters ist entscheidend für die Entwicklung der Brut, späteres Wachstum, Gesundheit und die Ausbildung von Farben.

Diese erste Zusammenstellung der bisher von mir angewandten Aufzuchtfutter, für die ersten Lebenswochen, soll einen einführenden Überblick ermöglichen.

Handelsübliches Staubfutter (Trockenfutter)
 
Im Handel werden die verschiedensten Sorten industriell gefertigter Staubfuttersorten angeboten.
Nach meinen Erfahrungen war eine Aufzucht von kleinen Shubunkin mit diesen Produkten durchaus möglich.
Teilweise war das Staubfutter, je nach Hersteller, zu grob und musste für die ersten Lebenstage der Goldfischbrut etwas mit dem Mörser nachgearbeitet werden.
Ist man in Besitz eines Mörsers, kann man auch gleich qualitativ hochwertiges Granulatfutter auf diese Art zu Staubfutter mörsern.
Die Erfolge bezüglich Entwicklung und Wachstum halte ich für nicht optimal, bei Zuchtformen ist die Sterblichkeitsrate relativ hoch.

Hartgekochtes Eigelb
 
Eine geringe Menge nicht angetrocknetes gekochtes frisches Eigelb (etwa Erbsengröße oder weniger, je nach Anzahl der Fische) zwischen nassen Fingerspitzen mit etwas Druck zu flüssigem Brei zerrieben, ggfls. dabei 1 oder 2 Tropfen Wasser zugegeben, kann ebenfalls in den ersten Lebenstagen zur Aufzucht eingesetzt werden.
Dieser Brei wird dann in einer kleinen, mit etwas frischem Wasser gefüllten Schale abgespült. Er zerfällt hier in tausende feinste weiße Kügelchen die später sehr gut von der Brut aufgenommen werden können. Noch nicht zerriebene größere Eigelbteile müssen entfernt werden, damit sie später im Aufzuchtbecken das Wasser nicht verderben.
Die so entstandene milchige Flüssigkeit wird mehrmals am Tag in geringsten Mengen, idealerweise mit einer Pipette, in das Aufzuchtbecken gegeben.
Eigelb eignet sich meines Erachtens nur für die ersten Lebenstage und ist nicht einfach in der Anwendung, Erfahrung und Fingerspitzengefühl in der Aufzucht sind gefragt.
Eine Überfütterung wirkt sich, aufgrund des hohen Fettgehaltes im Eigelb, sofort mit erhöhter Sterblichkeit der Jungfische aus. Auch kann das Wasser bei zu hohem Futterangebot schnell verderben.
 
Lebende Artemien
 
Hierbei handelt es sich um kleine Nauplien/Krebse, die auch unter dem Namen "Salinenkrebse" bekannt geworden sind.
Im Handel werden getrocknete Eier (eigentlich sind es Zysten) angeboten, die leicht in etwas Salzwasser erbrütet werden können. Weiterhin wird im Handel verschiedenes Zubehör angeboten um die erbrüteten Krebse zu filtern und z.B. vor der Fütterung zu reinigen/von Schalenresten des Eies zu trennen.
Junge Goldfische sind in der Regel in der Lage, dieses Futter zu bewältigen sobald sie frei schwimmen.
Lebende Artemien sind ein hervorragendes Futter, die Brut wächst gut, die Sterblichkeitsrate ist sehr gering. Sie sollen möglichst früh nach dem Schlupf verfüttert werden, da ansonsten der Nährwert mit zunehmendem Alter der Krebschen stark nachlassen soll. Es muss also dauernd für frische Krebschen gesorgt werden.
Nachteilig kann bei berufstätigen Aquarianern auch der Aufwand gesehen werden, wenn Laien in der Abwesenheit die Fütterung übernehmen sollen.
 

Entkapsulierte Artemia-Zysten
 

Im Handel wird ein fertiges Futter angeboten, bei dem die Schalen der getrockneten Salinenkrebs-Eier (Zysten) durch ein chem. Verfahren vom Inhalt abgelöst werden. Die so behandelten Zysten werden getrocknet oder in spez. Flüssigkeiten vom Handel angeboten.
Die in Flüssigkeit angebotenen Zysten sollen noch erbrütet werden können, die getrockneten Zysten sind nicht mehr schlupffähig.
Bisher habe ich nur getrocknete, entkapsulierte Artemia-Zysten eingesetzt.
Zur Aufzucht der Brut werden diese Zysten in den ersten 6-8 Tagen von mir mit dem Mörser zerrieben und als Staubfutter eingesetzt. Einfach auf die Wasseroberfläche gestreut sorgt ein kleiner luftbetriebener Schaumstofffilter dafür, dass dieses Futter fein im Aufzuchtbecken verteilt und von der Brut leicht gefunden wird.
Nach spätestens etwa 1 Woche sind die Jungfische in der Lage unzerkleinerte Zysten aufzunehmen. In den folgenden Wochen kann man die Zysten etwa 15 Minuten vor der Fütterung in frischem Wasser einweichen und dabei gelegentlich etwas schwenken. So kleben die Zysten zusammen und es ergeben sich größere Futterkügelchen für die heranwachsenden kleinen Goldfische.
Wichtig ist darauf zu achten, dass nur wenig gefüttert wird, da das Futter leicht aufquillt.
Die Ergebnisse mit diesem Futter sind bisher optimal verlaufen.
Der entgegen den geschlüpften Krebsen höhere Nährwert, durch nicht verbrauchte Energie zur Schlupfentwicklung, und die einfache Anwendung lassen mich dieses Futter derzeit als optimal ansehen.
Die Brut wächst prächtig, bildet früh Farben aus und es gibt so gut keine Verluste an Jungfischen.
 

Frostfutter
 
Frostfutter habe ich bisher immer nur ergänzend gegeben, sobald die Jungfische in der Lage waren dies aufzunehmen. In der Regel gebe ich dann Cyclops, sparsam gefüttert!
 
Lebendfutter
 
Auch Lebendfutter habe ich bislang immer erst relativ spät gegeben, etwa wenn die Brut 2 Monat alt ist und/oder das Futter sicher bewältigen kann.
Hier bevorzuge ich Wasserflöhe und schwarze Mückenlarven, gelegentlich bei etwas größeren Fischen auch rote Mückenlarven.
Alles Lebendfutter kommt aus dem Garten, wird in Speiskübeln gezogen und ist somit relativ sicher ohne Krankheitskeime verfügbar.
Lebendfutter ist ideal für die weitere Entwicklung der Jungfische.

 
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.09.2006